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Sabine Stange: "Berlin 2013"
Kunst-Beitrag in der Ausstellung "unterwegs"

Eröffnung: Freitag, 21.3.2014 um 18 Uhr
Ort: Kulturbahnhof-Südflügel, Kassel
Laufzeit: 22.3. - 6.4.2014
Öffnungszeiten: täglich 14 - 18 Uhr
Rundgang mit Künstlergespräch: So 30.3. und So 6.4.2014 um 14.30 Uhr 

Veranstalter 387:
BBK Kassel e.V., Galerie Coucou, Kasseler Atelierrundgang, Kulturamt der Stadt Kassel, KulturNetz Kassel e.V., Kunstbalkon e.V., Kunsttempel e.V.

"Der Blick schnappt auf, muss ziehen lassen, sich permanent neu justieren," schrieb der Kunsthistoriker Dr.Johannes Stahl anlässlich einer Ausstellung von Sabine Stange in der Theatergemeinde Bonn, und: "Sabine Stange betreibt weder Action-Fotografie noch touristische Sachfotografie. Ihre Bilder handeln von der Wahrnehmung selbst.. (...) Sie zeigen die Diskrepanz zwischen dem gesehen Geglaubten und dem, was das Objektiv festhält. Die Unterschiede sind frappant. Sabine Stange sammelt zunächst solche fotografischen Eindrücke," bevor sich die zweite Phase ihrer künstlerischen Arbeit anschließt, diese Augen-Blicke zu sichten und zu redigieren.

Der aktuelle Werkzyklus "Berlin 2013" umfasst Fotografien flüchtiger Momente in Bahnhöfen - Bilder des Vorüberziehens -, deren Vielschichtigkeit sich erst durch die Wiedergabe mit der Kamera offenbart und die Grenzen der Wahrnehmung sichtbar macht.

Im Werkzyklus "Berlin 2013" ist "die Motivwelt von Sabine Stange der Flüchtigkeit des Augenblicks verpflichtet, der Unbeständigkeit des Eindrucks, der keine feste Form findet. Der Blick aus dem oder in das Zugfenster, das Erlebnis des abfahrenden Zuges (vom Bahnsteig aus gesehen, Anm. S.Stange), der Verdoppelung der Dimensionen, wenn Außen und Innen, Hinten und Vorn in eins fallen, formieren ein multiperspektivisches Spiegellabyrinth. In ihm löst sich die Wirklichkeit auf, entschwindet in den fließenden Topografien des Transportwesens.

Doch gerade diese Unschärfe wird bei Sabine Stange als Wahrnehmungsinstrument und Erkenntnismittel eingesetzt. Denn indem die Fotografie das Vorüberziehende stoppt, enthüllt sie, was dem unbewaffneten Blick verschlossen bleibt. Erst das Standbild erlaubt den Blick in die Tiefe und hinter die sich verschiebenden Kulissen des Verkehrs. Die blinden Bildpassagiere, eingeklemmt in der Passage der reflektierenden Flächen, werden sehend gegenüber dem, was ihnen bislang entgangen ist. Gerade im Entgleiten des Augenblicks wird die sich verflüchtigende Welt durchschaubar: in der angehaltenen Bewegung zur Kenntlichkeit verundeutlicht." (Dr.Harald Kimpel in der eröffnungsrede zu "unterwegs" am 22.3.2014)