ein Blick in die Präsentation im Kulturwerk 2014

 

vorüberziehen

4.August 2013 in der Reihe "achtmal alte brüderkirche", Kassel

und

20.November 2014 im Kulturwerk Schlüchtern 


Kunst:       Sabine Stange
Sprache:    Gertrude Betz
Musik:       Eva Zöllner

 

Im Umfeld der Alten Brüderkirche in Kassel begegnen sich mittelalterliche Baukunst und beschleunigtes Treiben der heutigen Stadtgesellschaft. In der Reihe "Blick nach vorn zurück" spannen bildende Kunst, Neue Musik und poetisch-literarische Texte einen Bogen zwischen Vergangenem und Zukünftigem, zwischen Gegenwart und Vision.

Den Abend am 4.August 2013 gestalten Sabine Stange / bildende Künstlerin, Gertrude Betz / Literaturwissenschaftlerin und Eva Zöllner / Musikerin. Sabine Stange zeigt Fotos aus dem Werkzyklus "S-Bahn Berlin", Eva Zöllner spielt auf dem Akkordeon Werke von Antii Saario, Hans Zender, Hans Abrahamsen und Beat Gysin. Gertrude Betz liest dazu Texte, die das Vorüberziehen noch einmal mit ganz eigenen Sprachbildern zum Leben erwecken.

"Im Werkzyklus "S-Bahn Berlin" von 2013 beschäftige ich mich mit dem, was an Vorüberziehen in Berliner S-Bahnhöfen zu finden ist. Mit dem Fotoapparat sammele ich Bilder des Vorüberziehens, flüchtig vorbeigleitende Augen-Blicke, die erst in der Wiedergabe der Fotografie ihre Präsens entfalten". (Sabine Stange)

"Der Blick schnappt auf, muß ziehen lassen, sich permanent neu justieren, ... Sabine Stange betreibt weder Action-Fotografie noch touristische Sachfotografie. Ihre Aufnahmen handeln von der Wahrnehmung selbst. .... Sie zeigen die Diskrepanz zwischen dem gesehen Geglaubten und dem, was das ... "Objektiv" festhält. Die Unterschiede sind frappant." Bilder, die wr zu sehen glauben, verändern sich zu  "wie mit dem Pinsel gewischten Gesten. Die Perspektive erfährt eine eigentümliche Dehnung," durch die Fotografie erschließen sich neue, bisher ungeahnte Räume. "Die Bilder werden einen beiläufigen Eindruck nie ganz los. Im Laufe der Betrachtungszeit ... entdeckt der ... Betrachter, dass es sich um Fragmente einer Wahrnehmung handelt, die nicht einmal kontinuierlich ist. ... Sabine Stange sammelt ihre Eindrücke fotografisch ein, und anschließend besteht ein nicht unwesentlicher Teil ihrer künstlerischen Arbeit darin, diese "Augenblicke" zu sichten und zu redigieren. ......"

(Dr.J.Stahl, Bonner Kunstverein)