"Könnt ich zum Augenblicke sagen ....." - Bilder aus dem Augenwinkel, Digitalfotos, 29-teilig
Bonn 2004/05

In diesem Projekt beschäftige ich mich mit der Frage, wie unser Sehen sich verändert, wenn wir uns mit Hochleistungsgeschwindigkeit durch die Landschaft bewegen. Die Bilder dieses Projektes entstanden bei Zugfahrten. Fragen, die mich in der Bearbeitung dieser Bilder interessieren, sind z.B.: Wenn ich durch die Landschaft rase, sehe ich dann eine geschlossene Landschaftsformation vor mir, oder bleiben mir Bildfetzen im Augenwinkel hängen, die ich später, weil ich Fragmente so schlecht ertragen kann, vor meinem inneren Augen zu einer geschlossenen Landschafts-Gestalt zusammenfüge?
(Sabine Stange)

"Der Blick schnappt auf, muß ziehen lassen, sich permanent neu justieren, ... Sabine Stange betreibt weder Action-Fotografie noch touristische Sachfotografie. Ihre Aufnahmen handeln von der Wahrnehmung selbst. .... Sie zeigen die Diskrepanz zwischen dem gesehen Geglaubten und dem, was das ... "Objektiv" festhält. Die Unterschiede sind frappant. Geschlossene Landschaftsformationen zerfallen in Farbpixel und wie mit dem Pinsel gewischte Gesten. Die Perspektive erfährt eine eigentümliche Dehnung, ... Sabine Stanges hessisches Bergland entspricht keineswegs dem, was Liebhaber an traditionell gemalten Landschaftsbildern so schätzen. Zwar ist die Horizontlinie der mehrteiligen Arbeit durchgehend, aber die Bilder werden einen beiläufigen Eindruck nie ganz los. Im Laufe der Betrachtungszeit ... entdeckt der ... Betrachter, dass es sich um Fragmente einer Wahrnehmung handelt, die nicht einmal kontinuierlich ist. ... Sabine Stange sammelt ihre Eindrücke fotografisch ein, und anschließend besteht ein nicht unwesentlicher Teil ihrer künstlerischen Arbeit darin, diese "Augenblicke" zu sichten und zu redigieren. ......"
(Dr.J.Stahl, Bonner Kunstverein)